Geheimratsecken bei Frauen – was steckt genau dahinter?


Die Geheimratsecken bei der Frau können als Krankheitsbild der androgenetischen Alopezie zugeordnet werden und unterscheiden sich im Verlauf, im Vorkommen und in der Behandlungsweise von dem Diffusen und dem rein erblich bedingten Haarausfall.

Als Androgene werden die männlichen Sexualhormone bezeichnet und die Diagnostik nimmt an, dass bei Frauen, die an den Schläfen mit sichtbarem Haarausfall, also Alopezie, gezeichnet sind, zu viele männliche Hormone in den Eierstöcken bzw. Nebennierenrinden gebildet werden.

Nur 20% - 30% der Frauen leiden tatsächlich unter der erblich bedingten Form, bei denen allerdings schon eine geringe Menge an Zuviel Androgen ausreichen, um einen Schub der Krankheit auszulösen.

Über die Ursachen wird bis heute spekuliert, da es noch nicht wissenschaftlich erwiesen ist, ob eine hormonelle Störung alleine die Geheimratsecken bei der Frau verursacht oder ob es eine multiple Ursachenkette ist, die zu dem Haarausfall führt.


Ursachen für Geheimratsecken bei Frauen


Folgende mögliche Ursachen finden Erwähnung und werden in die Therapie einbezogen:

  • eine hormonelle Störung, ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Testosteron
  • Einnahme von Medikamenten, z.B. Psychopharmaka
  • körperliche Umstellung durch die Wechseljahre oder eine Schwangerschaft
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Stress.


Dem Faktor Stress wird bei der Therapie große Bedeutung beigemessen, da man annimmt, er sei bei jeder Form von Haarausfall beteiligt.

Bevor eine Therapie jedoch greifen kann, sollte eine Frau, die unter Geheimratsecken leidet, sich bei einem Arzt in Behandlung geben. Eine genaue medizinische Diagnostik ist vonnöten, da von ihr der Heilerfolg abhängt.


Was passiert bei einer Diagnostik:


Zunächst einmal wird festgestellt, ob es sich bei dem Krankheitsbild der Geheimratsecken der Frau tatsächlich um eine Androgenetische Alopezie handelt oder um den Diffusen Haarausfall.

Dafür kommen folgende diagnostische Verfahren in Frage:

  1. Blutabnahme und Feststellung u.a. des Hämoglobin-Wertes und des Ferritin-Wertes
  2. eine dermatologische Untersuchung
  3. eine gynäkologisch-endokrinologische Untersuchung um den Schilddrüsenwert zu ermitteln
  4. Anfertigen eines Trichogramms, hierbei werden Haare mit der Wurzel ausgerupft, um sie anschließend zu untersuchen.


Wenn die Diagnostik ein Ergebnis erbracht hat, geht es darum, eine Therapie festzulegen. Wir beschäftigen uns hier mit den Therapie-Möglichkeiten für den hormonell bedingten Haarausfall an den Schläfen bei Frauen.


Therapie gegen Haarausfall


Der Arzt hat festgestellt, dass die männlichen Geschlechtshormone in den Nebennierenrinden der Frau über-produziert werden und aus diesem Grunde der gesamte Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Die medizinische Herangehensweise wird sich danach richten, welches Fachgebiet der Arzt präferiert und wird der Patientin eine Reihe von Vorschlägen zur Therapie unterbreiten:

  • die Gabe von Antiandrogenen und von Östrogenen und er muss ihr dabei ans Herz legen, wie wichtig die Verhütung ist, weil das Ungeborene mit diesen Medikamenten in Gefahr wäre, krank auf die Welt zu kommen
  • eine niedrig dosierte Cortison-Therapie
  • eine Haartransplantation
  • Akupunktur ist in den letzten Jahren im Vormarsch, da sie wie andere natürliche Heilmittel keine Nebenwirkungen hat
  • die Einnahme von Kieselerde oder Gelatinekapseln
  • die Behandlung der Kopfhaut mit Birkensaft oder Klettenwurzelöl
  • eine regelmäßige Anwendung von Minoxidil, das man rezeptfrei in der Apotheke kaufen kann. Es hilft allerdings nur eine Zeit lang und muss in Abständen wiederholt werden.


Da der Stress-Faktor in unserer heutigen Zeit eine immer größere Rolle spielt, entscheiden sich viele Frauen für ein natürliches Heilmittel in Verbindung mit einer angepassten Ernährung und einer persönlichen Einstellung, auf sich zu achten und sich neben Ruhephasen auch Auszeiten zu gönnen.

Eine Krankheit, gleich welcher Art und Schwere ist immer eine Kombination von schädlichen Umwelteinflüssen, physischen Mangelerscheinungen und psychischem Stress.